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31.8.2010 17:14

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Wo sind die Daten von gestern Abend, wo ist der Schnee vom vergangenen Jahr?

Ich hab kürzlich ein Buch gelesen über die Piraha, so ein Volk im Amazonas und das Buch hiess, „Das glücklichste Volk der Erde" oder so ähnlich und das Beeindruckendste war, dass die alle paar Jahre ihre Namen wechseln. Einfach so, ohne Grund. Also ich hieße dann mal ein paar Jahre Klaus, und Klaus heißt Sandro und Sandro heißt Manuel und man wechselt einfach so drauf los und dann irgendwann nach ein paar Jahren heisst es wieder, „so, das reicht jetzt" und ich wechsle erneut meinen Namen, so wie ich Lust habe, und gut ist. Und Nachnamen gibt's sowieso nicht. 

Das Buch als Ganzes gesehen finde ich nicht unbedingt grandios, aber dieses Denken, hat mich verblüfft. Dieses Volk lebt nach der Philosophie des „direkten Erlebens", also alles, was sie nicht selber gesehen haben, gilt nicht und verdient somit auch keine Aufmerksamkeit. Es gibt also weder Gründungsmythen noch Rituale, und als der Erzähler, ein amerikanischer Missionar und Sprachforscher, ihnen aus der Bibel erzählt hat, fragten sie: „Wer ist dieser Jesus? Wo lebt der zurzeit? Kennst du ihn, was macht der so?". Und mit der Erklärung, dass der mal am Kreuz einen Tod erlebt hat, der schon einige Jahre zurück liegt, hat sich die ganze Sache für sie definitiv erledigt. So funktioniert also auch das Bewusstsein für das eigene Ego ganz anders und auch die eigene Vergangenheit scheint einen nicht in solchem Maße identifikationsstiftenden Aspekt zu haben wie bei uns. 

Also und wieso komme ich darauf? Ich geb's zu, ich war am Wochenende, suchend nach Hugo Koblet-Kritiken, auf Ego-Surfing (Egogoogeling?). Die meisten Kritiken (z.B. hier oder hier), die ich gefunden habe, waren sehr gut, aber was da alles in diesem Netz für Müll rum liegt!!! Unfassbar! Kann da nicht mal einer ein bisschen aufräumen?

„Das, brauchen wir das noch?" -„nö, schmeiss weg" -„und das?" -„ja, wer weiss, keine Ahnung, stell's mal in den Keller, zu dem andern Schrott." 

Ich würde mal gern so einen Datenträger sehen, irgendwo müssen die doch sein! Darf man den in die Luft sprengen? Kann ich da Leitungen durchschneiden? Wo sind die? Sind die irgendwo? Im Amazonas versteckt? Im Reduit, neben dem Bundesratsbunker? In Zürich West? Wisst ihr das? Das Internet find ich super, aber die Vorstellung, dass das alles so überhaupt gar nicht vergilbt, macht mich schwindelig.

Wie angenehm, wenn in der Frühlingssonne mit dem Schnee auch die Spuren schmelzen ... . 

Dinge wegschmeißen macht mich immer glücklich, denn auch wenn das Zeug im Keller steht, man spürt's auch in der Wohnung oben! Hier in Chur zum Beispiel nennt man mich Manolo. In Zürich meistens Manu. In Deutschland Manuel. In Wien reicht's von Manül bis Löwinger. In Salzburg noch mal anders (Geheimnis). „Partir, c'est wegschmeissen un peu." Ich empfinde es als sehr befreiend, immer wieder mal neu anfangen zu können. Ich bin mit 17 einem Fussballklub beigetreten. Ich konnte gut spielen, aber war das große Feld und die Strategie zu elft nicht gewohnt. Deshalb war ich immer Anfänger und bin es auch nach Jahren noch geblieben. Erst als ich den Klub gewechselt habe (Transfersumme: minus 45.-), konnte ich mich einbringen. Plötzlich habe ich die Bälle gefordert und gekriegt, plötzlich habe ich mitbestimmt. Am Stadttheater St. Gallen kurz nach der Schauspielschule war es ähnlich: Ich war Anfänger und bin es drei Jahre lang geblieben. Erst der äussere Wechsel gab mir dann die Möglichkeit, mich auch innerlich zu verändern, und meine Einstellung zur Arbeit wurde offensiver und ich im Spiel immer befreiter. Wer diesen Anfänger in mir aufrecht erhielt, weiß ich gar nicht. Waren es die Kollegen? War ich es selber? Waren es beide? Auf jeden Fall war es damals wichtig und richtig zu künden und danach mit Leuten zu arbeiten, die mich nicht kannten, die noch nie was von mir gehört hatten. 

Aber die Möglichkeit, mit einem Ortswechsel in eine neue Gegenwart zu wechseln, hat hiermit mit diesem Blog für mich ein Ende genommen. Im Netz ist alles eingraviert. Für immer und alle und für die Ewigkeit. 

Und die Freiheit, mal hier und mal dort zu sein und mal so und mal anders zu heißen, und vielleicht ein bisschen Gras über allfällige Wunden wachsen zu lassen und sich verändern zu können, die gibt es hier nicht. 

Ich stelle mir diese Datenträger deshalb immer als riesige Grabsteine vor. Darauf steht: „Hier ruht unser Müll. Gott vergib uns unsern Müll, sowie auch wir vergeben unseren Müllern. Bis in alle Ewigkeit.  Amen."



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26.8.2010 10:27

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kribbelig und wütend

Hallo allerseits,

Ich bin's schon wieder ich hatte grad meinen Pressetag für den Hugo Koblet Filmstart, aber den lass ich jetzt erst mal vorübergehend noch unkommentiert, denn ich habe auf dem Nachhauseweg im Zug einen Artikel über die aktuelle Initiative zur Lancierung der Wiedereinführung der Todesstrafe gelesen.

HABT IHR DENN NICHT MEHR ALLE TASSEN IM SCHRANK?!!!

Bitte, strengt für ein paar Sekunden euer Hirn an und bedenkt, dass unser Justizsystem nicht darauf abzielt, eure dumpfen Rachegelüste zu befriedigen, sondern dass es letztendlich darum geht, Voraussetzungen für eine möglichst gewalt- und konfliktfreie Gesellschaft zu schaffen! Natürlich spielt das Motiv der Rache und die Befriedigung der verletzten Gefühle von Opfern leider auch jetzt schon eine große Rolle. Aber die oberste Priorität hat die Gesellschaft und die wird gewaltbereiter, je repressiver der Staat handelt. In Kanada sank die Mordrate seit der Abschaffung der Todesstrafe um knapp 24% im Vergleich zum Zeitraum, in dem die Todesstrafe noch angewendet wurde. Auch in US-Staaten, die die Todesstrafe abgeschafft haben, ist die Mordrate niedriger als in Staaten, die noch an ihr festhalten. Hier kann man übrigens ein bisschen rumlesen, wenn man Bock hat:

http://www.initiative-gegen-die-todesstrafe.de/

Also bitte: Überwindet eure Betroffenheit und handelt verantwortungsbewusst.

Oder wie es Blanche Dubois in unserem supermegahammermäßiggeilen Stück „Endstation Sehnsucht" von Tennesse Williams, was wir grad in der „Klibühni" in Chur proben, vielleicht formulieren würde:

„Tausende und Abertausende von Jahren sind spurlos an Euch vorbeigegangen, und da haben wir Euch - Überlebende der Steinzeit! Mein Gott! Vielleicht sind wir weit davon entfernt ein Ebenbild Gottes zu sein, aber ein bisschen Fortschritt hat es doch gegeben! So etwas wie Kunst - wie Poesie und Musik - so etwas wie Erleuchtung ist doch in die Welt gekommen! Bei manchen Leuten gibt es zu zarteren Empfindungen doch Ansätze und die müssen wir weiterentwickeln! Und an ihnen festhalten wie an unserer Fahne! Auf diesem Weg in unsere wie auch immer geartete Zukunft ... . Bitte - bleibt nicht zurück bei den Unmenschen!"

Und hier ist der Link, die Premiere ist am 11. September, damit ihr euch auch schön Karten reserviert:

http://www.klibuehni.ch/index.php?spielplan

Also, auf bald, entschuldigt bitte den kurzen Abstecher, aber wenn ich so was lese, werd' ich ganz kribbelig und wütend.



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25.8.2010 11:33

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Hallo liebe Blog-Gemeinde

Seid ihr das? Sagt man so? Eine Gemeinde? Habt ihr einen Dorfplatz? Kennt ihr Euch? Seid ihr viele? Seid ihr alle? Fehlt wer? Sind wir per Du? Brauch ich ein Megafon? Flüstern wir?
Es ist ungewohnt, mich auf diese Weise zu formulieren. Ich schreibe zwar sehr gern und ziemlich oft, aber bis jetzt war mein Schreiben immer adressiert, immer mit dem Bild einer konkreten Person vor Augen, selbst das Tagebuchschreiben ist für mich  publikumsgerichtet (Ich schreibe es meistens an mich selber in etwa drei Jahren).


Das Fehlen des konkreten Adressaten wird das Seltsame an unserem Dialog. Vielleicht wird's trotzdem lustig. Ich war im Umgang mit Medien bis jetzt immer super verkrampft, genau deswegen, weil das scheinbar private Geplauder nur geheuchelt ist und einen ganz anderen Hintergrund hat, nämlich den, im Falle von Portraits zum Beispiel, dass irgendeine wildfremde Person sich eine je nachdem nette oder bekloppte (und bei Schauspielern zugegebenermaßen meist sehr wohlwollende) Geschichte ausgedacht hat, mich dann ein paar Dinge fragt und die Antworten so zurechtzimmert, dass sie in diese bereits (für irgendeine unbekannte Öffentlichkeit) konstruierte Geschichte passen, die aber mit mir meistens gar nichts zu tun hat.


Manuel Löwensberg

Vor ein paar Jahren hat mich das immer deprimiert und ich dachte dann, das Beste sei es, auf Fotos nicht zu grinsen und so wenig wie möglich preiszugeben, dann wird s auch nicht falsch interpretiert. Ist aber völliger Quatsch: „Nur die Arbeit zählt!" war die Überschrift des ersten Portraits über mich und unter dem grimmigen Foto stand (vielleicht nicht mal zu unrecht): „ganz der Papa". Irgendwie lustig. Aber bin ich das? Natürlich nicht. Warum mach ich dann überhaupt mit bei dem Zirkus? Worum geht's mir dabei? Ums Image? Oder um die sogenannten „Inhalte"? Anfänglich war ich immer bemüht, irgendwelche Gedanken und Ansichten rüberzubringen, von denen ich dachte, sie seien besonders helle und würden die Welt verbessern. Aber das hat eigentlich nie funktioniert und ist vielleicht auch besser so. Sollen die Schauspieler spielen und posieren und sonst die Klappe halten!


Also, worum geht's? Um die Vermarktung. Die Hoffnung, als Schauspieler mehr Arbeit und als Mensch eine höhere Wertschätzung zu kriegen, ist der Grund für den Dialog mit der Presse. Irgendwie ekeln mich diese Egoverkaufsmechanismen an. Nicht nur in all den Heftlis, wo jeder, der mal an einer Kamera vorbeigestolpert ist, als Star bezeichnet wird (mich inklusive), auch in meinem Alltag erlebe ich dieses Lebenslaufgepimpe und Im-Foyer-rumstehen-und-so-tun-als-hätte-man-unglaublich-viel-und-tolle-Arbeit-und-sei-ein-wahnsinnsspannender-Schauspieler-und-gefragter-Mensch-Getue die ganze Zeit. Ich habe bis jetzt immer irgendwie krampfhaft versucht, mich rauszuhalten, aber ich werde immer mutiger und geschickter darin, mich einerseits in diese Art Berufswelt reinzustürzen und mich andererseits trotzdem nicht zu verleugnen. Vielleicht werde ich dann auch etwas erfolgreicher. Etwas mehr Offensivität würde meiner Karriere nicht schaden.

 
Also ich freue mich auf die kommenden Wochen in diesem Blog und vielleicht gelingt es mir, ein bisschen so zu tun, als wären wir auf diesem virtuellen Dorfplatz unter uns! Hoffentlich!
Bis später also, liebe Gemeinde, habt s gut und geht noch ein bisschen raus auf den echten Dorfplatz, und wenn einer zu laut ist, nehmt ihm das Megafon weg!



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9.7.2010 13:30

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Sommerpause mit Anspruch

Der Kulturplatz-Blog macht Sommerpause.

Wir empfehlen für Unterhaltung mit Anspruch unsere siebenteilige Dokfilmreihe "Medienwelten".

Die Filme sind 7 Tage nach Ausstrahlung online verfügbar.

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20.6.2010 23:24

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Dernière

Ein Dichter sagte mir, er könne nur einen einzigen romanischen Satz, den er vor einigen Jahren in Graubünden, im Münstertal, gehört habe, als er an einem Vormittag auf einer Restaurantterrasse beim Kaffee sass - die letzten Wolkenschwaden verzogen sich - und den die Wirtin auf der Türschwelle ihrer Angestellten zurief: Maria, porta ils liegestuahls!

Über Graubünden gäbte es noch eine ganze Menge zu schreiben*, und darüber soll auch noch eine Menge geschrieben werden, weil das Leben, das Leben an allen Orten, erzählt werden muss. Und vielleicht ist es einfach ein Ort, worüber erzählt wird, der in Graubünden sein könnte, aber genauso gut irgendwo anders.

Schon bald geht es weiter: am 27. Juli erscheint mein neues Buch "Hinter dem Bahnhof" im Engeler-Verlag

Ich bedanke mich ganz herzlich bei meinen Leserinnen und Lesern. Tochen prest, a presto, à bientôt, bis bald.

* Ei fa buca senn, es macht keinen Sinn, dass ich einen Roman über Stockholm schreibe, ich war noch nie dort.

sonntags © Yvonne Böhler



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15.6.2010 11:10

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Nach Tavanasa

Tavanasa erreicht man am besten mit dem Zug. In Graubünden wurde das Automobil erst im Jahre 1925 endgültig zugelassen*. Davor musste man der Überlieferung nach auf der Kantonsgrenze bei Maienfeld den Motor abschalten, die Pferde vorne her binden und sich durch den Kanton ziehen lassen.

Auf dem Weg ins Bündner Oberland fährt der Zug den Rhein entlang das Tal hinauf. Es kommen mir Baumstämme entgegen. In der Surselva bin ich aufgewachsen, in Tavanasa, das im Winter über Monate hinweg im Schatten liegt und wo jeder Jassspieler, der etwas auf sich hält, mal vorbei kommt in seinem Leben. In die "Ustria dalla staziun" gehen sie, die Canuns da jass, die Jasskanonen, ohne gross Worte zu verlieren, zum Duell gegen die Wirtin**. Und manch einer verlässt in der Dämmerung die Ustria mit schmerzenden Handgelenken, um nie mehr aufzutauchen.

Jan Matejko, Stanczyk (1862)

* endlich, nach 10 Abstimmungen (die halbe Welt fuhr bereits mit dem Automobil)

** Seit fünf Jahren, dass ich regelmässig mit meinem Cousin gegen die Wirtin und die Grossmutter antrete, und seit fünf Jahren, dass wir noch nie gewonnen haben. Man wird konsequent unter den Tisch gehauen. Fürs Schreiben ist das nur gut.



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9.6.2010 18:31

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A Olten je changeais de train*

Ob er einen Biss von meinem Sandwich haben dürfe, fragt mich ein Mann auf dem Perron in Olten**. Und ich strecke ihm mein Sandwich hin und er nimmt einen kräftigen Biss und fragt mich, wo ich wohne. In Biel. Aber ich könne ja Deutsch, in Biel würde man doch Französisch reden. Französisch und Deutsch, sage ich. Die Schweiz, sowieso, sagt er und nimmt noch einen Biss, das sei ja farruct, vier Sprachen für ein so kleines Land, da rede man ja Deutsch, Französisch, Italienisch und Römisch. Romanisch, sage ich. Ja, Römisch, vier Sprachen, das sei schon nicht schlecht.

Und zurück in Biel im Atomic Café, wo man den besten Espresso in der Stadt bekommt, denke ich daran, dass in Biel mehr als hundert Sprachen gesprochen werden, das hatte ich mal irgendwo gelesen, und bei all den Sprachen wird es wohl auch noch den einen oder anderen Römer darunter haben.

gedicht

 

* Satz aus Biseaux (Odile Cornuz)

** So simmer jo ned, denkan i.



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7.6.2010 13:30

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In Laufmetern

(Bern, Kornhausplatz. Es riecht so gut nach Regen). Ich schreibe von Hand, wieder mal. Die Hand hinkt den Gedanken hinterher. Manchmal fragt mich die Nachbarin, wie viele Seiten hast du heute geschrieben*. John Franklin antwortete erst am nächsten Tag. (Es donnert). Ich habe länger als einen Tag gebraucht, um eine Antwort auf ihre Frage zu finden. Nun vualà: In sechs Minuten schreibe ich drei Sätze und radiere zwei aus.**

 

* Was soll man da antworten?

** Weitere Sachen, die man in sechs Minuten machen kann: sieben Kartoffeln schälen; 2 1/2 Mal das Lied "Non, je ne regrette rien" von Edith Piaf hören; einen Kontainer einmal um den Block stossen; sechs Minuten braucht man mit dem Zug von Trun nach Tavanasa. 

Aareschlaufe

© Plonk & Replonk



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3.6.2010 09:33

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de retour

Im Café Indiana in Paris Montparnasse schaut mich die Kellnerin fragend an. Ich denke, sage ich. An einen Satz von Michael Donhauser denke ich: Ich habe lange nicht doch nur an dich gedacht (erschienen bei Urs Engeler Editor). Der Espresso ist gut und teuer, der zweite auch.

Die Metro rattert durch den Pariser Keller. Im Sommer wird es heiss hier unten, daran zweifelt niemand. Gegen den Metro-Blues helfen vor allem Bücher*. In Madrid, wo ich während drei Jahren lebte, hatte ich pro Tag einen Arbeitsweg von mindestens 2 Stunden. Hochgerechnet sind das 1500 Stunden insgesamt, die ich in der Metro verbrachte, oder 62.5 ganze Tage, oder 187.5 Arbeitstage à 8 Stunden**. Die Namen der Metrostationen werden zur Litanei. Und wenn es ganz unglücklich kommt, endet auch der Dichter als Metrostation.

* Fischli/Weiss: Findet mich das Glück?

** Man gehört irgendwann schon fast zum Inventar.

Noch dies: aufgenommen vor der Abreise in der Rue du Départ 19 (mit Dank und Gruss an David Collin):

 

Fundstück 



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