26.2.2010 18:20

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Staub

Wenn im Stück „Das Ende vom Anfang", das wir gerade proben, die Figur „Barry" im Schuppen Öllampen holen soll, fällt ein ganzes Regal um. Staub wirbelt auf. Die Proben zur irischen Komödie haben mich vor einigen Tagen dazu gebracht, auf dem Dachboden meine alten irischen Schallplatten zu suchen und dabei ebenfalls viel Staub aufzuwirbeln.

Ich freue mich über die jahrelang nicht mehr gehörten Songs; Erinnerungen tauchen auf. Wie alte Bekannte kommen mir die Musikerinnen, Musiker und Bands vor: die sanften Planxty, deren erstes Album wir damals zeitgleich mit Pink Floyds „The Dark Side of the Moon" gehört haben. Das wunderschöne Freiheitslied „Only our rivers" berührt mich noch immer. („When apples still grow in November, it's then, when our Land will be free"), die grossartigen Chieftains, die van Morrison zu einem seiner meiner Ansicht nach schönsten Songs verholfen haben. („Carrickfergus" auf dem Album „Irish Heartbeat") die Jigs und Reels der fantastischen und schnellen Bothy Band. („Old Hag You Have Killed Me"), die Brüder Finbar und Eddie Fury mit ihrem Song „The lonesome Boatman", die derben und sinnenfrohen Dubliners, Cran, Donal Lunny, Andy Stewart, Clannad.

Alle Bands spielen Traditionals. Erstaunlicherweise gibt es Songs, die noch immer frisch und unverbraucht klingen, an anderen klebt nicht nur wegen des langen Aufenthaltes auf dem Dachboden Staub. Ich frage mich nach dem Grund, finde aber keine befriedigende Antwort. Eriko Kagawa, die Pianistin von „To the Dark Side of the Moon" fällt mir ein. Bei einem Publikumsgespräch nach einer Aufführung im Theater Rigiblick wurde sie gefragt, ob sie lieber Pink Floyd oder Schubert spiele. Eriko antwortete, dass sie beides gerne spiele. Wichtig sei, dass sie von einer Musik berührt werde. Frank Zappa, der in allen Stilrichtungen experimentierte und neben der Rockmusik auch für das Kronosquartett komponierte oder symphonische Musik schrieb, hasste die Unterscheidung zwischen U-Musik und E-Musik. In einem Interview sagt er: „Für mich gibt es nur gute und schlechte Musik!" Eines ist jedenfalls klar: Gute Musik ist antistatisch: an ihr klebt nie Staub.


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