Kenzaburo Oe

Wir waren bei einer Samstags-Demonstration von "Sayonara Nuke" dabei. Prominentester Redner war Literatur-Nobelpreisträger Kenzaburo Oe. Er engagiert sich in der Anti-Atomkraft-Bewegung. Seit vergangenem März sammeln Aktivisten Unterschriften für einen Atomausstieg. Noch gibt sich die Politik unbeeindruckt und berät über neue Wiederaufbereitungsauflagen. Doch der Druck wächst. Von prominenter Seite.

Unsere Reise nach Japan
In der Sendung vom 4. Januar 2012 haben wir unseren Kulturplatz für einmal 9000 Kilometer weiter nach Osten gelegt, in eine andere Zeitzone und in eine wahrlich fremde Welt.

Bei uns im Westen ist dieser Wandel noch kaum wahrnehmbar. Aber in Japan ist es beispielsweise schon eine grosse Sache, dass Menschen auf die Strasse gehen und gegen die Atom-Politik demonstrieren. "Sayonara Nuke" heisst die neue Bewegung, was frei übersetzt so viel bedeutet wie "Tschüss Atomkraft". Und weil sie neu sind in der Kunst des Protestierens, übernehmen die Demonstranten Logo und Schriftzug (!) der Fahne, die wir bestens kennen, die in Tokyo aber kaum jemand lesen kann.

Das Jahr ist fertig. Ich bin es auch.
Ja,es lässt sich vortrefflich jammern in diesen nassgrauen Tagen. Wem immer ich „e guets Neus" wünsche, verzieht das Gesicht und meint, schlechter als 2011 könne es ja nicht werden. Was ist denn los! Waren die vergangenen Monate wirklich für überdurchschnittlich viele Menschen ein einziger „Chnorz"?
Umso mehr freue ich mich, für den Kulturplatz vier Schweizer zu treffen, die - zumindest in beruflicher Hinsicht - ein äusserst erfolgreiches Jahr verbuchen. So auch Bice Curiger. Als erste Frau kuratierte sie die Biennale Venedig und sorgte damit gleich für einen Besucherrekord. Beim Interview im Kunsthaus Zürich erzählt sie mir strahlend von der gigantischen Herausforderung.

Sie könne sich allerdings kaum an die Eröffnung erinnern. Sie habe sich unter diesen Sonnenschirm gesetzt und einer Maschine gleich unzähligen Journalisten unzählige Fragen beantwortet. Als wir die Kamera ausschalten ergänzt sie mit leiser Stimme, letztens sei ihr eines dieser ausführlichen Zeitungsinterviews zwischen die Finger gekommen. Aber sie könne sich tatsächlich nicht einmal mehr daran erinnern, dass sie in Venedig mit dem ihr bekannten Journalisten gesprochen hatte ...
Wieviel uns vom alten Jahr auch in Erinnerung bleibt - vor dem Neustart lohnt es sich wohl herunter zu fahren und das eine oder andere update zu installieren. In diesem Sinne: Gute Erholung und e guets Neus!
von: Nina Mavis Brunner
Flackern
Auch Kerzen - weiss ich nun - wollen artgerecht behandelt sein: möglichst lange am Stück brennen lassen, bis der ganze so genannte Kerzenteller erwärmt ist. Den Docht bei Bedarf kürzen, die Aussenränder ebenso. Keine Zugluft.
Die guten Tips bewirken allerdings, dass ich mich daheim um die Kerzen kümmere, als wären es zarte Babies. Stress! Bis jetzt standen sie da einfach und haben das Glas Wein am Abend beleuchtet oder auch mal den Zmorge - und das war entspannend. Bis jetzt.
Also schnell Alles wieder vergessen, was ich in der Kerzenfabrik gelernt habe, frisch drauf los gelüftet bei brennenden Lichtern und kein Tamtam, wenn die Kinder Kerzen auspusten unwiderstehlich finden. Und so kehrt wieder Ruhe ein. Bis auf das leichte Flackern ...

















